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Shanghai: Der lange Weg zur Aufenthaltserlaubnis

03 Aufenthaltserlaubnis gedreht

Viele Gänge zu Ämtern und Konsulaten und eine Menge Schriftwechsel zur Erlangung des Visums hat man ja bereits hinter sich, ehe man überhaupt nach China einreisen darf, aber kaum angekommen, erwartet einen auch hier zunächst ein genau vorgegebenes Ämterprogramm. Binnen 24 Stunden muss man sich polizeilich registrieren lassen. Für alle, die mindestens ein Jahr im Lande zu bleiben gedenken, steht dann wenige Tage später der bemerkenswerteste Teil der Registrierung an, die obligatorische medizinische Untersuchung im Shanghai International Travel Health Center:

Nach Erledigung der wie üblich straff organisierten Anmeldeformalitäten und kurzer Wartezeit zusammen mit vielen anderen neu eingereisten Menschen aus aller Welt wird man zunächst gewogen und vermessen. Sind die Schuhabsätze zu hoch, erntet man hier einen ersten strafenden Blick. Kurze Zeit später findet man sich – nun der persönlichen Dinge entledigt und in einen blauen OP-Kittel gekleidet – in einem langen Flur wieder, wo man unter exakter Einhaltung der vorgegebenen Route und Reihenfolge nun die vorgesehenen Untersuchungsstationen zu absolvieren hat. Blutabnahme, EKG, Blutdruck messen, Sehtest, Thoraxröntgen, Ultraschalluntersuchung – nach Abschluss jeder einzelnen Station wird einem jeweils die Nummer des nun folgenden Untersuchungsraumes genannt. Darüber hinaus verläuft das ganze Verfahren trotz der vielen Menschen auf verhältnismäßig engem Raum – von gelegentlichen Befehlen wie „Breathe deeper!“ abgesehen – weitgehend wortlos.

Nach kaum einer halben Stunde ist der Spuk vorüber. Werden hier keine ansteckenden Krankheiten diagnostiziert, so steht der Aufenthaltsgenehmigung nach vorübergehender Einbehaltung des Reisepasses und einem weiteren polizeilichen Interview nun nichts mehr im Wege.

 


 

Das Lingua-Team ist bekanntermaßen reisefreudig, und so hat es Claudia aus dem Admin-Team mit ihrer Familie für eine längere Zeit nach Shanghai verschlagen. Von dort berichtet sie künftig regelmäßig in unserer Rubrik wikiLINGUA über ihre Eindrücke aus der spannenden und wohl westlichsten Metropole Chinas.

 

 

04.10.2018