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Shanghai: Das chinesische Mondfest

02 Mondfest

Schon seit Wochen quellen die Supermarktregale über von mehr oder weniger aufwändig gestalteten Geschenkverpackungen, gefüllt mit kleinen Mondkuchen. Schon bei der Lektüre von „Pippi Langstrumpf“ habe ich mich immer gefragt, was es damit wohl auf sich hat…

Natürlich: Das Mondfest – auch Mittherbstfest genannt – naht! Traditionell wird es am 15. Tag des achten Monats nach chinesischem Mondkalender gefeiert, in diesem Jahr nach unserem Kalender am 24. September.

Der Mond steht in der chinesischen Kultur für Frieden, Zusammengehörigkeit und Vollkommenheit, und so kommen in ganz China – und weiteren Ländern Asiens – an diesem Tag die Familien zusammen, um gemeinsam zu essen und den Vollmond zu bewundern. Verschenkt werden eben jene Mondkuchen, pastetenähnliche Gebäckstücke, die zumeist zuckersüß mit Bohnenpaste oder auch Kokosnuss gefüllt sind. Bisher ist mir – selbst unter den Chinesen – jedoch kaum jemand begegnet, der diese wirklich gern mag. Aber es gibt eine äußerst schmackhafte herzhafte Variante mit Hackfleischfüllung, die warm gegessen wird.

Um das Mondfest ranken sich viele Legenden. Die wohl bekannteste erzählt von dem Bogenschützen Houyi, der in grauer Vorzeit, als zehn Sonnen am Himmel die Erde austrockneten, auf einen Berg stieg und neun davon herabschoss. Der letzten befahl er, jeden Tag pünktlich  auf- und unterzugehen. Von einer Göttin bekam er daraufhin eine Pille der Unsterblichkeit, die jedoch seine Frau Chang’e schluckte. Daraufhin schwebte sie zum Mond empor, wo sie seitdem lebt und als Mondgöttin verherrlicht wird.

Auch im Supermarkt darf die Mondgöttin auf kaum einer Verpackung fehlen.

 


 

Das Lingua-Team ist bekanntermaßen reisefreudig, und so hat es Claudia aus dem Admin-Team mit ihrer Familie für eine längere Zeit nach Shanghai verschlagen. Von dort berichtet sie künftig regelmäßig in unserer Rubrik wikiLINGUA über ihre Eindrücke aus der spannenden und wohl westlichsten Metropole Chinas.

 

 

20.09.2018